Rückblick: Beim Radiopreis liegt was Besonderes in der Luft…

Es waren spannende Tage in Hamburg. Zum einen, weil Hamburg eine wunderschöne Stadt ist, natürlich aber auch, weil die Arbeit beim Deutschen Radiopreis anstand. Klar – es ist ein Knochenjob über 12 Stunden am Stück Beiträge für’s Radio zu produzieren, doch es liegt ja auch etwas ganz Besonderes in der Luft. An diesem Abend versammelt sich die deutsche Radiobranche im Hamburger Hafen. Alle kommen zusammen, um ein Resümee zu ziehen, um die Anstrengungen für das letzte Arbeitsjahr zu krönen. Es ist Spannung und natürlich auch eine ordentliche Portion Glanz, die in der Luft liegt. Und man selbst ist Teil dieses Ganzen, zwischen all den Technikern, anderen Journalisten, Koordinatoren und so weiter.

Am Nachmittag der erste Vorbericht – da hieß es die Halle erkunden, mit den Verantwortlichen zu sprechen… Wow, was für eine Bühne! Der technische Koordinator erklärt mir, dass es eine so genannte „Center Stage“ ist, eine Bühne, die mitten im Schuppen 52 (dem Veranstaltungsort) steht. Rund herum sind die über 90 Tische für die Gäste der Gala aufgebaut und sauber eingedeckt. Die Nebelmaschinen spuken kontinuierlich leichten Nebel in die Halle, schließlich Proben die musikalischen Stars bereits (George Ezra, Olly Murs, Sarah Connor…). Und schon jetzt lässt sich erahnen, was für eine tolle Gala es am Abend geben wird.

Punkt 16:45 Uhr verschicken wir den Vorbericht über das Verteilsystem an die Sender. Erst einmal kurz durchatmen, bevor die nächsten Produktionen anstehen. Mein Chef ruft mir zu: „Kräfte einteilen… ganz wichtig!“ Bis zum Showbeginn stehen dann noch Live-Gespräche mit hr1 und MDR JUMP an, außerdem muss eine Nachrichtenminute vorbereitet werden. Die Zeit verfliegt – gar nicht gemerkt, dass es schon 20 Uhr ist. Die Show beginnt.  

Im Redaktionspool sitzen alle gespannt und sehen den ersten Act: Olly Murs eröffnet die Show, die ersten Preise werden verliehen. Zwischendurch muss die Nachrichtenminute fertig geschrieben, eingesprochen und verschickt werden. Dann – neben vielen glücklichen Gewinnern und tollen musikalischen Acts – der emotionale Höhepunkt der Show: Schauspielerin Iris Berben äußert sich zur Flüchtlingsdebatte. „Wichtig ist es deshalb die Menschenfänger dieses Landes zu bekämpfen, die mit ihren dumpfen, brutalen Parolen Angst verbreiten und Menschen, die vor Terror, Willkür, Schmerz und Tod geflohen sind, verhöhnen, beleidigen, verletzen und sogar deren Tod in Kauf nehmen.“, sagte Berben. „Der Mob muss Angst bekommen, nicht die Flüchtlinge, nicht die Ausländer, nicht die Juden und nicht die Homosexuellen.“ Applaus rauscht von der anderen Seite der Halle in die Redaktionsbereiche. „Lasst uns viele sein und lasst uns laut sein“, schließt Iris Berben ab. Gänsehaut. So klare und offene, so höchst persönliche Empfindungen – was für ein Moment.  


Eilig werden Notizen gemacht, die genaue Zeit wird aufgeschrieben, um später im Mitschnitt schneller den Ton herausschneiden zu können. Das gehört in den Nachricht, denke ich mir. Genau der wird dann irgendwann gegen 1:30 Uhr vom Hamburger Hafen ins Land verschickt. Dann ist es Zeit, noch einmal kurz über die Aftershowparty zu schlendern. Etwas dieser „ganz besonderen Luft“ aufschnappen.