UBB-Radio: wie meine Stimme zum rumänischen Radio kam

Es ist ziemlich Ungewöhnlich für einen rumänischen Radiosender,  was (fast an jedem) Dienstagabend bei „UBB Radio Online“ passiert. Dann nämlich startet eine einstündige Sendung, die komplett in deutscher Sprache präsentiert wird. Verantwortlich dafür sind zwei Freunde, die ihr Austauschsemester in Rumänien verbringen. Kevin und Désirée haben sich dem Format „Treffpunkt“ angenommen – einem, wie sie selbst sagen „einzigartigen Versuch“. Mit dieser Sendung werden Muttersprachler aus Deutschland und Muttersprachler der deutschen Minderheit in Rumänien vereint. Die Sendung ist komplett auf deutsch und bildet das Leben der Erasmus-Studenten ebenso wie das der deutschen Minderheit in Rumänien ab. Mit Berichten, deutscher Musik und natürlich auch aktuellen Nachrichten.

  • Studio von UBB-Radio (Foto: Désirée Triemer)

Besonders freut mich, dass ich Teil dieser Sendung sein darf – als sozusagen formatbezogene Station-Voice habe ich aus dem fernen Deutschland Aufnahmen zugeliefert, die von Kevin für die Verpackungselemente des „Treffpunktes“ verwendet wurden. Hier zwei kleine Kostproben:

Drop: UBB-Radio – Der Treffpunkt (sehr schnell)

Drop: UBB-Radio – Der Treffpunkt (langsam)

 

Lust bekommen den Treffpunkt selbst zu hören? Dann einschalten! Immer dienstags, zwischen 17 und 18 Uhr deutscher Zeit (jedenfalls zur Sommerzeit):

>>> HIER GEHTS LANG

UBB Radio Online ist ein Studentenprojekt der Universitatea Babeş-Bolyai in Cluj-Napoca in Rumänien. An der Fakultät für Politik-, Verwaltungs- und Kommunikationswissenschaften im Bereich Journalismus werden die Studenten sowohl theoretisch als auch praktisch in den Bereichen Print, Bewegtbild, Audio und Online ausgebildet. Im Rahmen dieses Studiums haben die Studenten die Möglichkeit der praktischen Weiterbildung im Bereich Radio. Das Programm von UBB Radio Online ist dabei über das Internet 24 Stunden, sieben Tage die Woche zu empfangen.

Die Urteile der Woche – ab sofort auch mit mir

Die Urteile der Woche – wie der Name schon sagt: sie geben einen Überblick über die relevantesten Richtersprüche der zurückligenden Tage. Urteile aus dem Zivilrecht, rund um Verkehr, Wohnung und Beruf. Kurz gesagt Entscheidungen, die auch das Leben unserer HörerInnen berühren.

Ab sofort darf ich diese Urteile der Woche im Programm von MDR Info (ab 2. Mai MDR Aktuell) präsentieren. Dabei wechsle ich mich wochenweise mit einem Kollegen ab. Zu hören ist die Rubrik immer Samstags im Programm von MDR Aktuell.

Hier ein Link zur Debüt-Sendung vom 30.04.2016

» LINK ZU mdr.de

 

Rückblick: Beim Radiopreis liegt was Besonderes in der Luft…

Es waren spannende Tage in Hamburg. Zum einen, weil Hamburg eine wunderschöne Stadt ist, natürlich aber auch, weil die Arbeit beim Deutschen Radiopreis anstand. Klar – es ist ein Knochenjob über 12 Stunden am Stück Beiträge für’s Radio zu produzieren, doch es liegt ja auch etwas ganz Besonderes in der Luft. An diesem Abend versammelt sich die deutsche Radiobranche im Hamburger Hafen. Alle kommen zusammen, um ein Resümee zu ziehen, um die Anstrengungen für das letzte Arbeitsjahr zu krönen. Es ist Spannung und natürlich auch eine ordentliche Portion Glanz, die in der Luft liegt. Und man selbst ist Teil dieses Ganzen, zwischen all den Technikern, anderen Journalisten, Koordinatoren und so weiter.

Am Nachmittag der erste Vorbericht – da hieß es die Halle erkunden, mit den Verantwortlichen zu sprechen… Wow, was für eine Bühne! Der technische Koordinator erklärt mir, dass es eine so genannte „Center Stage“ ist, eine Bühne, die mitten im Schuppen 52 (dem Veranstaltungsort) steht. Rund herum sind die über 90 Tische für die Gäste der Gala aufgebaut und sauber eingedeckt. Die Nebelmaschinen spuken kontinuierlich leichten Nebel in die Halle, schließlich Proben die musikalischen Stars bereits (George Ezra, Olly Murs, Sarah Connor…). Und schon jetzt lässt sich erahnen, was für eine tolle Gala es am Abend geben wird.

Punkt 16:45 Uhr verschicken wir den Vorbericht über das Verteilsystem an die Sender. Erst einmal kurz durchatmen, bevor die nächsten Produktionen anstehen. Mein Chef ruft mir zu: „Kräfte einteilen… ganz wichtig!“ Bis zum Showbeginn stehen dann noch Live-Gespräche mit hr1 und MDR JUMP an, außerdem muss eine Nachrichtenminute vorbereitet werden. Die Zeit verfliegt – gar nicht gemerkt, dass es schon 20 Uhr ist. Die Show beginnt.  

Im Redaktionspool sitzen alle gespannt und sehen den ersten Act: Olly Murs eröffnet die Show, die ersten Preise werden verliehen. Zwischendurch muss die Nachrichtenminute fertig geschrieben, eingesprochen und verschickt werden. Dann – neben vielen glücklichen Gewinnern und tollen musikalischen Acts – der emotionale Höhepunkt der Show: Schauspielerin Iris Berben äußert sich zur Flüchtlingsdebatte. „Wichtig ist es deshalb die Menschenfänger dieses Landes zu bekämpfen, die mit ihren dumpfen, brutalen Parolen Angst verbreiten und Menschen, die vor Terror, Willkür, Schmerz und Tod geflohen sind, verhöhnen, beleidigen, verletzen und sogar deren Tod in Kauf nehmen.“, sagte Berben. „Der Mob muss Angst bekommen, nicht die Flüchtlinge, nicht die Ausländer, nicht die Juden und nicht die Homosexuellen.“ Applaus rauscht von der anderen Seite der Halle in die Redaktionsbereiche. „Lasst uns viele sein und lasst uns laut sein“, schließt Iris Berben ab. Gänsehaut. So klare und offene, so höchst persönliche Empfindungen – was für ein Moment.  


Eilig werden Notizen gemacht, die genaue Zeit wird aufgeschrieben, um später im Mitschnitt schneller den Ton herausschneiden zu können. Das gehört in den Nachricht, denke ich mir. Genau der wird dann irgendwann gegen 1:30 Uhr vom Hamburger Hafen ins Land verschickt. Dann ist es Zeit, noch einmal kurz über die Aftershowparty zu schlendern. Etwas dieser „ganz besonderen Luft“ aufschnappen.